// CHRISTIAN MEIER

Geboren am 19. Januar 1969 in Niederweningen, Schweiz, als erster Sohn eines Landwirtes. Die Kindheit verbrachte er in einer von der Natur geprägten Umgebung auf dem elterlichen Bauernhof ausserhalb eines kleinen Dorfes in der Nähe von Zürich. Schon früh fiel sein gestalterisches Flair auf; sei es im Zeichnungsunterricht oder bei ersten Gehversuchen mit der einfachen Kamera, die er zum 10. Geburtstag geschenkt erhielt.

Mit 16 trat er traditionsgemäss in die Fussstapfen seines Vaters und begann eine landwirtschaftliche Lehre. In seinem Herzen stand aber immer das Fotografieren an erster Stelle. So erfüllte er sich einen Traum und kaufte mit dem ersten Lehrlingslohn eine richtige Spiegelreflexkamera, eine Pentax A3. War es anfangs die Landschaft und die Natur, die ihm die Motive lieferte, so fanden nach und nach Menschen und deren Emotionen den Weg in seine Motivwelt. Konzert- und Theaterfotografie packte ihn immer mehr. Da waren Emotionen und Atmosphäre – und meist schlechte Lichtverhältnisse. Dies lehrte den Autodidakten von Anfang an mit speziellen Lichtsituationen umzugehen.

www.christianmeier.photography

›Basejump in der Nacht‹

Bergstation der Fürenalpbahn hoch über dem nächtlichen Engelberg

Tja, das war mal eine Ansage. Wie fotografiert man in stockdunkler Nacht einen Basejumper, der in einigen Kilometer Entfernung vom Titlis in die Tiefe springt? Es gibt genau einen Versuch! Kein "ups, könnt ihr nochmal? Die Belichtung war zu kurz!". Das Einzige was ich wusste, war, dass der Flug etwa 2 Minuten dauern würde. Patrick Kerber hatte ihn bei Tage immer und immer wieder getestet. Doch wie hell werden denn nun die Pyro-Fackeln, die sich der Wingsuit-Pilot an die Füsse gebunden hat, leuchten? Kann man die auf diese Distanz überhaupt sehen? Für mich war klar, dass ich mich da auf den enormen Dynamikumfang des Mittelformat-Sensors der Pentax 645Z verlassen wollte. Aus Erfahrung wusste ich, dass ich im Nachhinein eine Fehlbelichtung bis zu 4 Blenden auffangen konnte. Ausserdem ist ja garantiert, dass diese Mittelformatkamera auch bei minus 10° C noch funktioniert; mit anderen Worten sicher länger als meine klammen Finger. Als Objektiv wählte ich das kürzeste, was es für Pentax-Mittelformat gibt, das smc PENTAX DFA645 25mm F/4. Diese Brennweite, die auf KB umgerechnet knapp 20mm entspricht, reichte gerade aus, um die gesamte Flugbahn von Basejumper Patrick Kerber aufzuzeichnen.

 

Die Rahmenbedingeungen für diese Jahrhundertaufnahme: eine eiskalte, sternenklare Winternacht auf der Fürenalp

Extra für uns liessen die Engelberger die Fürenalpbahn laufen, damit wir nachts auf der gegenüberliegenden Talseite vom Titlis die perfekte Aufnahmeposition beziehen konnten. Hoch über dem nächtlichen Engelberg, mitten in eiskalten, schneebedeckten Bergen, suchten wir uns den perfekten Standort für diese Jahrhundertaufnahme. Es war seltsam still so hoch oben über der Zivilisation nur umgeben vom sternenklaren Nachthimmel. Mit klammen Fingern richteten wir die 645z auf dem Stativ aus. Dann die bange Frage: Welche Einstellungen nehm ich da?  Ja, die 2 Minuten stehen schon mal fest. Doch wie hell werden wohl die Fackeln sein? Raten... Hoffen... Bauchgefühl & die Erfahrung! Schlussendlich entschied ich mich die Pentax 645z auf eine Empfindlichkeit von ISO 3200 zu stellen und die Blende auf F10 zu schliessen. Ja, das Ultrasweitwinkelobjektiv hätte auch bei Blende F4 bis in die Ecken perfekt scharf gezeichnet. Doch wollte ich auf Nummer Sicher gehen, was die Schärfeebene angeht, welche bei Mittelformat einfach nochmal erheblich kürzer ist, als bei KB. Und der Sensor liefert auch bei ISO 3200 noch einwandfreie Qualität.