// HEIKO HELLWIG

 

→ GALERIE

1960 in Wuppertal geboren, wo die Züge kopfüber hängen und fahren. Sechs Jahre später hatte die Familie genug davon und zog gen Süden wo Vater mehr und grössere Maschinen bauen durfte. Weitere zwei Jahre später zog die Familie für ein Jahr über den Atlantic weil es dort noch grössere Maschinen und noch grössere Autos gab. In diesem Jahr 1968 verlangte ich nach meiner ersten Kamera.
Zurück in Deutschland besuchte ich das Gymnasium, das ich ohne Abi aber mit Fachhochschulreife verliess. Vom ersten eigenen Geld wurde eine professionelle Kamera gekauft und ich machte erste Zeitungs- und Industriereportagen. Drei Semester Architekturstudium reichten mir um festzustellen dass dort Kreativität auch nur in Maßen zu finden war und ich widmete mich dem entspannten Zivildienst auf einer Jugendfarm. Danach investierte ich intensive Jahre in die Erlangung handwerklichen Könnens und Wissens der Fotografie. Anstrengend aber erfolgreich. Weitere zwei Jahre arbeitete ich in den grössten Fotostudios um weiteres Handwerk zu lernen, mit der Erfahrung, dass dort nur grössere Töpfe bewegt werden, um mit Wasser zu kochen. Das Jahr 1990 war gekommen und ich stürzte mich in die Selbständigkeit.
Ich arbeite für alle möglichen Maschinenbauer von Festo über Bosch bis Metabo und andere. Auch Penthouse, Lufthansa und BMW sind dabei. Heute werden meine Fotos weltweit über LUMAS und SaatchiArt vertrieben oder werden von internationalen Konzernen in Europa und den USA für deren Werbung verwendet.
____________________________________________
Auszeichnungen:
Getty Award for Grants 2012
Auszeichnung beim BFF Magazin Award 2016
____________________________________________
Ausstellungen:
2010
Einzelausstellung Galerie Zukunftslabor Stuttgart
2011
Gruppenausstellungen mit Gegenlicht21
Gruppenausstellung Cité des Art Paris
2012
Gruppenausstellung im Würtembergischen Kunstverein Stuttgart
Gruppenausstellung Kirchheim Teck
2013
Nacht der Bilder mit der Serie „Mehr und Meer Licht“
2014
Changing Realities Berlin Alexanderplatz Gegenlicht21 im Theaterhaus Stuttgart
2015
Personal Works in der Galerie Kunstbezirk Stuttgart
BFF Bilderabend im Haus der Witschaft Stuttgart
BFF-Wildcard Ausstellung in Stuttgart Berlin und Düsseldorf

heikohellwig.com

 

 

›Kois‹

Die Idee eine Fotoserie von japanischen Kois, Brokatkarpfen, zu machen, hatte ich schon länger auf meiner ToDo-Liste. Ich sammelte Eindrücke und Geschichten dazu. Der Funke es wirklich in Angriff zu nehmen, sprang dabei in dem Moment über als ich Bilder von tausenden Koi Fahnen während der Kirschblüte in Japan im Wind flattern sah und vor allem auch als Symbol der Hoffnung und Stärke über dem zerstörten Fukushima. In Japan gilt der Koi als Symbol für Kraft und die Stärke gegen den Strom zu schwimmen. Es geht die Sage, dass er, wenn er den ganzen Strom hinauf geschwommen ist und sein Ziel erreicht hat, sich in einen unbesiegbaren Drachen verwandelt.

Ich habe dann festgestellt dass ich beim Betrachten der farbigen Kois im Wasser sehr ruhig werde, mich wie in einer Meditation entspannen kann und dabei genau verstehe, warum viele Japaner die sehr farbenfrohen und zutraulichen Tiere als  Freunde und Haustiere betrachten.

Nach einigen Telefonaten und Vorgesprächen konnte ich einen der bekanntesten deutschen Koi Züchter und Sammler, Jörg Scherle aus Stuttgart, der auch in Japan und bei den dortigen Ausstellungen einen sehr guten Ruf genießt, von einem eintägigen Fotoshooting überzeugen. Die einzelnen Kois wurden vor Ort in ein spezielles mattschwarzes Basin umgesetzt. Die Pentax ›fliegend‹ darüber installiert und das alles unter einem schwarzen abgedunkelten Zelt eingebaut, um die perfekte Studioatmosphäre zu bekommen. Für das Licht wurden spezielle Unterwasser Reflektoren hergestellt und im schwarzen Becken installiert. Und ab jetzt hiess es sehr viel Geduld zu haben und auf die Laune der Kois zu warten bis sie sich in der richtigen Position für ihr Portrait befanden. Die spontane Reaktion von Jörg Scherle, der zu Anfang sehr skeptisch eingestellt war, als er das erste Bild zu sehen bekam : »Ich bin sprachlos. Was für eine Aufnahme. Gigantisch. Sie haben nicht Zuviel versprochen. Vielen Dank.«