// JANIS KAISER

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Janis Kaiser, 1986 geboren, studierte in seiner Heimatstadt Hamburg Kommunikationsdesign. Innerhalb dieser Ausbildung wandelte sich seine ursprünglich eher private Leidenschaft für Fotografie zu einer professionellen Ambition. Auf einer Kuba-Reise entstanden erste fotografische Essays, die in Hamburg ausgestellt wurden. Im Anschluß an das Design-Studium jobte Janis Kaiser als freier Assistent bei verschiedenen Fotografen in Berlin und Hamburg und entschloss sich dann eine Fotografen-Ausbildung am Letteverein in Berlin zu beginnen. Diese Ausbildung schließt er im Sommer 2016 ab.

http://janiskaiser.de/

 

›Carwash‹

Die Arbeiten von Janis Kaiser lernte ich durch eine Ausstellung in Hamburg kennen. Mehrere Studenten waren nach Kuba gefahren, um dort Fotoreportagen vom täglichen Leben auf der kommunistischen Karibik-Insel zu erstellen. Besonders die Arbeiten, die Janis innerhalb fahrender Taxis als szenische Porträts gemacht hat, haben mich beeindruckt. In einem Gespräch offenbarte sich, dass dieser Fotograf das Verhältnis Mensch & Raum sehr faszinierend fand – zumal er auch eine besondere Nähe zu Fahrzeugen hat, da er in einem sehr Olttimer-Affinen Haushalt aufwuchs.

Obwohl Janis Kaiser von sich sagt, dass sein Zugang zur Fotografie eher handwerklich orientiert ist, ist seine Vorgehensweise oft sehr akademisch: Wie zeigt sich das Verhältnis Mensch zu dem ihn umgebenen Raum? ... was ist fotografische Realität? bzw. wie lesen wir Fotografie? ... Ausgangspunkt für die meisten Serien, die Janis Kaiser in den letzten Jahren als Student und freier Fotograf entwickelt hat, ist eine Fragestellung und eine daraus entwickelte Idee. Das zeigt sich z. B. in Serien wie ›Schlachter und ihre Haustiere‹.

Die folgende Serie entstand für eine Ausstellung auf der PHOTOKINA, auf der u. a. auch studentische Arbeiten gezeigt werden sollten. Gesucht wurden ursprünglich einzelne Arbeiten, die mit Pentax-Kameras gemacht wurden. Janis Kaiser hatte aber schon lange das Konzept vor Augen, mit Oldtimern durch eine Waschstraße zu fahren und den Kontrast zwischen liebevoll gepflegtem Sammlerstück und der Wucht einer maschinellen Reinigung in einer automatisierten Waschstraße zu zeigen. Besonders die sich ergebene fast abstrakte Fläche auf der Windschutzscheibe, war Kernstück seiner Idee. Diese Arbeit entstand innerhalb weniger Tage im Sommer 2012.

(Text: Jan Klose-Brüdern)