// KARSTEN NITSCH

 

 

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Karsten Nitsch ist leidenschaftlicher Naturliebhaber und verbindet das beruflich mit der Leidenschaft für Fotografie.

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›Seeadler und Kolkraben in der Lausitz‹

Tiere in freier Natur zu fotografieren ist in Mitteleuropa nicht immer ganz einfach. Vor allem, wenn es sich um Arten handelt, die keine Kulturfolger sind. Meist braucht es dazu eine etwas umfangreichere Vorbereitung und so hatte ich das Projekt schon seit längerer Zeit geplant.

Seeadler und Kolkraben waren noch vor wenigen Jahren selbst in der Lausitz seltene Arten, obwohl sie hier geeignete Lebensbedingungen vorfinden. Inzwischen haben sich die Bestände aber gut entwickelt. Da beiden Arten Aasfresser sind, machte ich mir diesen Umstand zunutze und wollte die Tiere an einem Kadaver fotografieren. Schon vor einiger Zeit habe ich mir für die Tierfotografie ein mobiles Versteck gebaut, welches dann vor Ort die endgültige Tarnung erhält. Die Vorbereitungen sind recht aufwendig und benötigen auch einiges an Zeit. Nachdem ein geeigneter Platz gefunden wurde und das Versteck getarnt ist wird er Köder ausgebracht. Nun heißt es vor allem Geduld haben. Wichtig ist es, entweder vor Sonnenaufgang ins Versteck zu gehen, oder sich von einer anderen Person hinbringen zu lassen. Die Tiere sind anders als Kleinvögel sehr aufmerksam und Kolkraben können sogar zählen. Häufig passiert am ersten Tag nicht sehr viel, nur einige Raben versuchen die schnell entdeckte Futterquelle näher zu inspizieren. So verbrachte ich fast sieben Stunden im Versteck ohne auch nur eine Feder zu Gesicht zu bekommen. Während dieser Zeit muss man sich sehr ruhig verhalten und darf das Versteck unter keinen Umständen verlassen.

Die Vögel beobachten das Geschehen häufig aus größerer Entfernung und bemerken sofort jede Auffälligkeit. Verlassen wird das Fotoversteck ebenfalls erst wieder bei Dunkelheit oder man wird, wie ich, abgeholt. Am zweiten Tag fanden sich an der Futterquelle schon über 30 Kolkraben, 4 Nebelkrähen und auch ein Mäusebussard ein. Kurz vor Abbruch, als das Licht schon sehr schwach war, kamen für 2 Minuten 3 Seeadler in die Nähe des Verstecks. Der dritte Tag sollte diesmal erfolgreicher verlaufen. Kaum angekommen waren wieder über 30 Kolkraben am Platz. Bald darauf erschien auch der Bussard und nach etwa 5 1/2 Stunden endlich ach der erste Adler. Für insgesamt 7 Minuten hielten sich vor meinem Versteck bis zu vier Seeadler auf, so dass ich einige Aufnahmen machen konnte.

Leider hatte ich an den Folgetagen keine Möglichkeit weiter zu fotografieren. Ich werde aber in nächster zeit einen weiteren Versuch starten. Einige Tage später war ich zur Nachkontrolle noch einmal am Versteck. Der Köder war komplett verschwunden und auch Vögel waren keine zu sehen. Im Sand entdeckte ich neben einem alten Knochen lediglich eine Wolfsspur, vielleicht läuft er mir ja mal bei einem späteren Ansitz vor die Kamera.

Die gezeigten Bilder entstanden alle am Fotoversteck oder in unmittelbarer Umgebung. Die Aufnahmen der Vögel habe ich mit der PENTAX 645Z und einem Pentax M* 67 800mm F/6.7 ED (IF) Lens w/1.4x Rear Converter gemacht. Für die Landschaftsaufnahmen habe ich das smc PENTAX DA645 25mm F/4 eingesetzt, weitere Bilder entstanden mit dem smc FA 645 120 mm/4,0 Makro und dem smc FA 645 35 mm / 3,5 AL (IF).