AUTOR // MATT AUST

Matt Aust, Jahrgang 1985, ist leidenschaftlicher Landschafts- und besonders Astro-Fotograf, wobei man es vielleicht auch anders ausdrücken kann: Er hat eine besondere Leidenschaft für nächtliche Landschaften und ist somit auch Fachmann für Astro-Fotografie. Mehr dazu und weitere Bilder unter:

> star-trails.de

 

›Startrails‹

Der Begriff ›Startrails‹ – also ›Sternenspuren‹ – lässt eigentlich Bilder von nächtlichen Landschaften mit merkwürdigen, konzentrischen Kreisen am Nachthimmel erwarten. Also Landschaftsbilder, wie sie das menschliche Auge nicht sehen kann, weil wir – fotografisch ausgedrückt – unsere Netzhaut kürzer belichten und Sterne, wenn überhaupt, als Punkte sehen. Will man der menschlichen Wahrnehmung näher kommen, muss man die Kamera im Laufe der notwendigerweise langen Belichtungszeit mit der Drehbewegung der Erde synchron mitbewegen. Das klingt nicht nur kompliziert – das ist auch sehr komplex und daher nur mit viel Fachwissen über Astronomie möglich. Und mit speziellem technischen Zubehör zur Kamera wie z. B. einem GPS-Empfänger, weil die Drehung der Erde an jedem Ort der Welt relativ zum Firmament unterschiedlich ist.

Durch die beweglich aufgehängten Sensoren einiger PENTAX-Kameras (wie z. B. in diesem Fall der PENTAX K-1) und dem eingebauten GPS sind aufwändige Zusatzgeräte nicht mehr notwendig. Gleichzeitig ergibt die hohe Auflösung eine derartige Detailfülle, dass so auf den Fotografien weit mehr zu sehen ist, als das menschliche Auge mit seiner – wieder mal fotografisch ausgedrückt: begrenznten ISO-Empfindlichkeit – sehen kann.

Dies kann man an den folgenden Bilder sehen und erleben. Und dazu die Erfahrung von Matt Aust mit der PENTAX K-1 gemacht hat lesen:

Meine Erfahrungen mit der K-1 würde ich folgendermaßen beschreiben:
Die PENTAX K-1 ist wirklich eine ganz außergewöhnliche Kamera, die mehr als prädestiniert für die Weitfeld-Astrofotografie ist. Dank der Astrotracer-Funktion ist eine externe Einrichtung zur Nachführung überflüssig. Noch dazu liefert die Kamera eine bemerkenswert hohe Auflösung. Das Einordnen, also Kalibrieren des Astrotracers, ist denkbar einfach und im Vergleich zur Arbeit mit einer externen Nachführung ein Kinderspiel. Zumal man hier nicht einmal darauf angewiesen ist, den Polarstern sehen oder erst einmal finden zu müssen. Für die Kalibrierung wird die Kamera auf jeder Achse einmal um sich selbst gedreht – damit ist es schon erledigt. Selbst wenn ich den Standort um mehrere hundert Meter gewechselt und die Kamera sogar zwischendurch ausgeschaltet habe, wurde die Kalibrierung aufrecht erhalten. Abhängig von der Brennweite sind mehrere Minuten Belichtung mit sauberen punktförmigen Sternen als Resultat möglich. Natürlich verringert sich die maximale Zeit entsprechend mit mehr Brennweite.
Allgemein ist die Bedienung der Kamera sehr intuitiv und wie bereits erwähnt, erfordert auch der Umgang mit dem Astrotracer keinerlei astronomische Grundkenntnisse. Das klapp- und schwenkbare Display ist definitiv sehr hilfreich, ein tolles Feature, das viele andere Kameras vermissen lassen.
Ebenfalls positiv hervorheben möchte ich die sehr gute Akkulaufzeit bei Nutzung des Astrotracers. Selbst bei frostigen -20°C (und entsprechend vorher aufgewärmtem Akku) hat die Kamera zuverlässig funktioniert. Auch das Display hatte durch die Kälte keine funktionalen Probleme.
Die für Astronomen interessante Empfindlichkeit des Kamerasensors im h-Alpha-Bereich würde ich für eine nicht-astromodofizierte Kamera als gut bis sehr gut bezeichnen –natürlich abhängig von der Himmelsqualität. Vor allem durch das Nachführen mit dem Astrotracer werden für eine unmodifzierte Kamera erfreulich deutliche h-Aplha-Strukturen aufgezeichnet.

Das 15–30mm f2.8 Objektiv kann ich ebenfalls nur empfehlen. Es deckt den gängigen Weitwinkel-Brennweitenbereich ab und liefert eine sehr gute Schärfe bis zum Bildrand, was letztendlich sicher auch zusätzlich dem fehlenden Tiefpassfilter der K1 zu danken ist.
Insgesamt fällt beispielsweise im Vergleich zu spiegellosen Modellen das stattliche Gewicht der K1 mit der 15-30mm f2.8 Kombination auf. Allerdings sollte man hier bedenken, dass man sich die Mitnahme einer externen Nachführung – und damit auch Gewicht – spart. Die Verarbeitung von Kamera und Objektiv lassen keine Wünsche offen.

Bei der Nutzung des Astrotracers sollte einem jedoch der nachträgliche Aufwand der Bearbeitung bewusst sein. Sobald man den Astrotracer nutzt und sich Landschaft mit im Bild befindet, muss man ein zweites Foto mit ausgeschaltetem Astrotracer aufnehmen, um eine scharf abgebildete Landschaft zu erhalten. Diese beiden Aufnahmen muss man in der digitalen Nachbearbeitung zusammenbringen, was bei der Platzierung komplexer Objekte im Vordergrund des Bildes eine zeitaufwendige Herausforderung sein kann. Man sollte das also am besten schon beim Fotografieren bedenken und entsprechend auf die Komposition achten.