AUTOR // PETER WOITSCHIKOWSKI

Vita

Ich fotografiere schon über 45 Jahre lang und dieses faszinierende Medium offeriert mir immer noch neue Facetten und Bildwelten. In München erfolgte meine Ausbildung zum Fotografen in einem Portraitstudio, Lehr- und Wanderjahre folgten in diversen großen und kleinen Portrait-Ateliers sowie Werbefotostudios. Um der kleinen beengten Atmosphäre der Portraitstudios zu entfliehen und Portraits mit mehr Raumtiefe und in lebendiger Form zu erzeugen, fing ich als einer der ersten Fotografen damit an, meine Aufnahmen als Außenaufnahmen oder in tollen Locations vor Ort zu erstellen. Gleichzeitig begann ich mich auch mehr und mehr für erzählende Bildstorys zu engagieren und arbeitete sowohl für Bildagenturen wie auch für Marketingfirmen.

Nach meiner Fotografen-Meisterprüfung in Bielefeld war ich einige Jahre selbstständig tätig. Da mich seinerzeit nach meiner Meisterprüfung die Mikrofotografie ebenso stark von der eigenen Technik wie auch der ganz eigenen Bildästhetik faszinierte, stieg ich vor 25 Jahren in diese Thematik ein. Mich interessiert weniger der streng wissenschaftliche Blick sondern mehr die gestalterische Herausforderung und Erfassung ästhetischer Bildkompositionen in diesem Bereich der Fotografie. Bereits 2 mal war ich als Initiator und Veranstalter des Festivals der Mikrofotografie in Rheda-Wiedenbrück aktiv. Hochrangige Fotografen aus diesem speziellen Bereich der Fotografie waren bei diesem Festival als Referenten zu Gast. Daneben hielt ich auf Einladung von einem großen Deutschen Mikroskophersteller einen Vortrag zur Bildgestaltung in der Mikrofotografie.

Aber hauptsächlich bilden Menschen und Natur den Schwerpunkt meiner Fotografie, wobei ich die Marke Pentax nun auch schon seit mehr als 35 Jahren in allen Formatgrößen analog und digital bevorzuge. Die analogen Kleinbild-Kameras begleiteten mich seinerzeit im Kanzleramt in Bonn, während ich als akkreditierter Fotograf der Expo 2000 ausschließlich mit der Pentax 6x7 gearbeitet habe. Momentan arbeite ich an längerfristig angelegten Foto-Projekten, zum Beispiel eine Serie über das Wesen der Musik mit dem Titel La Musica, die ich an der Hochschule für Musik in Detmold begonnen habe und über andere Facetten weiter verfolge. Als Workshopleiter zu den fotografischen Themen Street- People- Portraitfotografie, Makro- und Mikrofotografie sowie Bildgestaltung und Bearbeitung bin ich seit über 20 Jahren tätig.

Die Fotografie bleibt für mich stets ein sehr spannendes kreatives Medium indem ich immer (noch) neue Bildwelten sehen und für die Betrachter zugänglich machen kann.

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Die PENTAX K-1 in der Mikrofotografie

Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich neben der Portrait- und Reportagefotografie intensiv mit der Mikroskopfotografie. Dabei steht für mich neben der technischen Bewältigung, um die vorhandenen Feinstrukturen bildmäßig zu erfassen, hauptsächlich der ästhetische Aspekt im Vordergrund. Da ich am Mikroskop Vergrößerungen von 10- bis 1000-fach verwende, ist eine absolut erschütterungsarme Auslösung unbedingte Voraussetzung für gute Bilder. Gleichzeitig wird vom Kamerasensor auch die Wiedergabe feinster Strukturen verlangt.

Aus diesem Grund habe ich mich bislang für die Pentax K01 entschieden, weil das Hochklappen des Spiegels bei dieser Kamera entfiel. Allerdings verursachte der eingebaute Verschluss bei Zeiten um 1/15 bis 1/30 Sekunde leider leichte Unschärfen, so das ich die Kamera auf B stellte (bei Pentax Kameras kann diese Funktion so eingestellt werden, dass beim ersten Auslösen der Verschluss geöffnet wird und erst nach nochmaligem Druck auf den Auslöser wieder geschlossen wird) und dann per magnetischen Spezialverschluß von einer Fotomikroskopischen Einrichtung eine erschütterungsfreie Auslösung erfolgen konnte.

Die Verschluss-Technik spielt bei der Mikrofotografie eine herausragende Rolle und daher bevorzugen viele Fotografen für dieses Genre spiegellose Kameras, die bei Live-View elektronisch und damit absolut erschütterungsfrei auslösen. Jetzt ist die neue Vollformat Spiegelreflexkamera PENTAX K-1 auf den Markt gekommen und ich hatte die Möglichkeit sie in diesem speziellen Motivbereich ausgiebig zu testen. Die K-1 stellt für mich die derzeit beste Lösung im Bereich der Mikrofotografie dar. Mit dem aktuellen Firmware-Updade hat die Kamera im Live-View eine absolut erschütterungsfreie Auslösefunktion erhalten.

Ich nutze hauptsächlich die per WiFi gesteuerte Auslösung über die von Ricoh-Pentax angebotene Image Sync App. Mit der von mir bevorzugten Aufnahmemethode, der Pixel-Shift-Funktion, generiert die K-1 eine absolut erschütterungsfreie elektronische Auslösung mit absolut feinster Detailwiedergabe.

In dieser Aufnahmefunktion schwebt der Sensor magnetisch aufgehängt absolut erschütterungsfrei und bewegt sich während der dann folgenden vier Aufnahmen um genau jeweils einen Pixel vertikal und horizontal. Das perfektioniert die genaue Farbinformation (es werden jeweils einmal rot, einmal blau und zweimal grün in dieser Funktion erfasst) die dann im fertigen Bild zur Verfügung stehen, generiert aber damit auch gleichzeitig die höchste Qualität im Bereich aus Detailwiedergabe und Vermeidung von Kantenbildung. Da ich ursprünglich vom Mittelformat komme, hatte ich erst geplant die gebotene hohe Auflösung mithilfe einer Pentax 645Z am Mikroskop zu realisieren, aber die Pixelshift-Funktion der Pentax K-1 ermöglicht mir annähernd die gleichen Ergebnisse – wie die Testaufnahmen zeigen. Allerdings darf man nicht übersehen das die Pentax 645Z diese höchste Bildqualität mit jeweils einer Aufnahme erzeugt, während bei der K-1 die Pixelshift-Funktion mehr Zeitaufwand benötigt und nur bei statischen Motiven zum Einsatz kommen kann. Wer also Portrait-Shootings, Mode, Streetphotografphy oder Landschaftsfotografie mit bewegten Pflanzen, Bäumen etc. fotografiert hat natürlich mit der Pentax 645Z die überlegene Mittelformatkamera im Einsatz.

Aber nun zu meinen Erfahrungen mit der Pentax K-1 in der Mikrofotografie:
Mein Mikroskop ist seit jeher über die Objektive (Plan-Apochromaten) wie auch über die erforderlichen fotografischen Okulare (genauer bezeichnet als Projektive) für das Kleinbildformat ausgestattet. Es besteht aber auch die Möglichkeit mit entsprechendem Zubehör Fotos im analogen Filmformat bis 4x5 inch aufzunehmen, was ich bislang bei groß zu vergrößernden Motiven auf Diafilm in diesem Format, das anschließend hochwertig gescannt wurde, genutzt habe. Mithilfe der Pentax K-1 kann ich nun endlich das gesamte Potenzial des Kleinbildformats am Mikroskop auch digital ohne Einschränkungen nutzen. Neben dem Kleinbildformat überzeugte mich an der K-1 die absolut detailgenaue Bildauflösung mit Hilfe der Pixel-Shift-Funktion, gepaart mit höchster Schärfe.

 

Zum Test habe ich hauptsächlich mikroskopisch kleine Kristalle fotografiert, die mittels einer polarisierten Beleuchtungseinrichtung sowohl von unten durch das Präparat und zusätzlich mit polarisiertem Auflicht beleuchtet wurde. Beim Blick durch das Mikroskop ohne Präparat werden beide Polfilter so gegeneinander verdreht, dass das sichtbare Licht ausgelöscht wird und dadurch ein komplettes Schwarz bis blauschwarz erzeugt wird. In einer durch wässriger Lösung oder durch Erhitzung erstellten Kristallprobe erzeugen die Kristalle optische Drehungen und Brechungen des polarisierten Lichtes und erzeugen dadurch im Mikroskop sichtbare Farben und Formen.

Neben der Polarisationsmikroskopie gibt es zur Erzeugung der notwendigen Kontrasttierung im mikroskopischen Bild verschiedene Beleuchtungsmethoden wie die Hellfeld-, Dunkelfeld-, Phasenkontrast- und die Differentielle-Interferenzkontrast-Beleuchtung die zur Anwedung kommen.

Fazit

Die mit der Pentax K-1 erzeugten Bilder liefern eine Auflösung und Schärfe die meine mit der Großformateinrichtung erzeugten Bilder bei weitem übertreffen und mir eine einzigartige Bildqualität bieten. Sicherlich trifft dies auch auf alle anderen fotografischen Anwendungen zu, in denen mittels dieser Vollformatkamera mit enormen Detailreichtum und Tonwertumfang über die Pixel-Shift-Funktion erzeugte Motive ins Bild gesetzt werden können. Achtet man auf eine stabile und erschütterungsfreie Auslösung, wie mithilfe der WiFi App Image Sync, oder mittels der auf dem Rechner nutzbaren Tethering-Funktion mittels der separat erhältlichen Software Image TRansmitter, werden die erzeugten Bildqualitäten derzeit wohl kaum zu übertreffen sein.