// ROLF KEIPL

→ GALERIE

Im frühen Kindesalter – kurz nach dem ich lesen konnte – vergrößerte sich meine Sicht auf die Welt: Ich sah durch den Sucher einer Zeiss Ikon Contina. Mein Vater, ein fotografischer Autodidakt, brachte mir bei, was es in der Welt analoger s/w Technik damals zu beherrschen gab. So verbrachte ich viel Zeit bis zur Adoleszenz in dem süßen Bewußtsein, später einmal an einer Akademie Kunst zu studieren. Allerdings verwehrte mir mein Schicksal diesen geradlinigen Pfad und so studierte ich erst Soziologie bevor mich dann die Aussicht auf beste Einkommensmöglichkeiten bei einem internationalen IT-Konzern im Vertrieb landen liess. Dort ruhte dann das Künstlerische in einem tiefen Dornröschenschlaf, bis sich zufällig ein Kulturjournalist in mein bis dato äußerst privates Atelier verlief und von einigen meiner Arbeiten so angetan war, dass er mir umgehend eine Ausstellung in einer Galerie verschaffte. Als Folge habe ich das Angestelltendasein im Frühjahr 2016 aufgegeben und kann mich nun mit grosser Entschiedenheit frei der Verwirklichung meiner Projektstudien widmen.

schauzu.me

 

›Die fette Henne …‹

Tja, was gibt es zu meinem Projekt "Die fette Henne aufgeputzt" zu sagen was nicht gesehen werden kann? Grundsätzlich ist das bildnerische Darstellen von Blumen ein altes, klassisches Genre, sei es in der Fotografie oder Malerei. Die Auffassungen reichen von reiner Dokumentation der Schönheit oder einfach der botanischen Eigenheit bis hin zu symbolisch aufgeladenen Darstellungen. Die Blumen-Porträts beim Projekt ›Die fette Henne aufgeputzt‹ spielen mit dem Gegenüberstellen von Pflanzen und Darstellungsformen. Schwarz/Weiß steht der Farbe gegenüber, teils mit dem Scanner ›kopierte‹ Blüten oder Gräser kontrastieren mit Studio-Arrangements oder gar mit Landschaftsaufnahmen. Diese Kontraste zielen darauf hin, das Typische oder den Unterschied zu betonen – ganz nach Gefühl. Denn trotz des konzeptionellen Einstiegs erfolgt das abschließende Finishing zu großformatigen Fine-Art-Prints ›aus dem Bauch‹ – also sehr emotional geprägt. Denn letzten Endes ist das Gesamtthema die ›Schönheit‹, das ›Verlocken‹, das in jeder Blüte steckt …