AUTOR  // MICHAEL BRAUNS

›Tehtered Shooting‹ – also die Fernbedienung der Kamera von einem Rechner aus – ist mit der neuen Version von IMAGE TRANSMITTER 2.3 (04/207) jetzt für die PENTAX KP, PENTAX K-1 und PENTAX 645Z nutzbar. Mit der Kompatibilität zur neuen ›KP‹ ermöglicht PENTAX nun auch wieder Anwendern einer Crop-Sensor-Kamera das Tethering. Darüber hinaus sind eine ganze Reihe neuer, interessanter Features integriert worden. Mehr als ein guter Grund, die neue Software mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dieser Artikel ergänzt den bereits 2016 veröffentlichten Beitrag von Michael Brauns:

Tethering mit der PENTAX 645Z und PENTAX K-1

Das neue Tethering-Tool ›IMAGE TRANSMITTER 2.3‹ Für die PENTAX KP, K-1 und die 645Z.

Bevor es nach dem Update des IMAGE TRANSMITTTER richtig losgehen kann, ist auch eine Aktualisierung der Kamera-Firmware notwendig, damit sich beide Seiten wieder verstehen und die neuen Funktionen auch nutzbar sind. Zum Update des Image Transmitter gelangt man über folgenden Link: IR 2.3
Die aktuelle Firmware findet man hier: Kamera-Firmaware. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (Juni 2017) ist für die Pentax 645Z die Version 1.23 aktuell und für die Pentax K1 die Version 1.41 – für die Pentax KP ist derzeit (Juni 2017) keine neue Firmware nötig.

Aufnahmeart, Weißabgleich, Custom-Funktionen.


Anzeigefläche für Aufnahmeart, WB, Custom-Image IT 2.0


Neue Schaltflächen beim IT 2.3

Aus einigen Anzeigen in der älteren Programmversion sind nun Schaltflächen geworden, die jetzt eine Steuerung dieser Funktionen vom Rechner aus erlauben. Möglich ist ist dies bei der Wahl der Aufnahmeart (Einzelbild, IR-Fernbedienung, Selbstauslöser, …), den Einstellungen zum Weißabgleich sowie der Custom-Image-Einstellung. AF/MF-Umschaltung ist nur an der Kamera möglich, ebenso wie die Auswahl des Belichtungsprogramms. Diese Einstellungen werden vom IMAGE TRANSMITTER nur angezeigt.

Focus Fine Tune
Von allen Neuerungen nutze ich am meisten die Möglichkeit, die Lupenfunktion variabler einsetzen zu können und vor allem die Funktion, die Fokusebene über die Software verschieben zu können.

Durch Anklicken der Schaltfläche ›Lupe‹ wird zunächst der gewählte Bildausschnitt vergrößert dargestellt. Die Vergrößerung kann dabei in Stufen bis hin zu 16x gewählt werden. Mit den ›Near‹- und ›Far‹- Schaltflächen ist die Fokus-Feineinstellung wirklich sehr feinfühlig möglich. Es funktioniert natürlich nur mit einem AF-Objektiv und es muss auch der AF an der Kamera aktiviert sein. Für Makro-Aufnahmen ein tolle Sache.

Composition Adjustment

Eine weiteres spannendes Feature ist das ›Compostion Adjustment‹. Die PENTAX K1 wie auch die KP bieten über das Kamera-Menü die Möglichkeit, den Bildausschnitt zu verändern. Der Sensor kann dabei um ein kleines Stück nach links oder rechts bzw. nach oben oder unten bewegt werden. Eine Drehung um die optische Achse um einige Grad ist ebenfalls möglich. In einem komplexen (Makro-)Setup kann das sehr hilfreich sein, wenn man nicht die Kamera oder das Stativ nochmal lösen möchte, bzw. stürzende Linien über das Verschieben des Sensors (Shiften) minimal ausgleichen will.

Über den Image-Transmitter ist dieses Feature nun auch per Tethering an der neuen PENTAX KP verfügbar. Mit der K1 funktioniert es leider noch nicht, aber vielleicht hält es ja mal mit neuen IT-Updates Einzug. In Verbindung mit einer 645Z steht diese Funktion aufgrund des unbeweglichen Sensors leider gar nicht zur Verfügung.

Aus dieser Shift-Möglichkeit ergibt sich nun auch die Möglichkeit, in Verbindung mit einer Panorama-Stitching-Software den Bildausschnitt ein wenig zu erweitern. Ein schönes Beispiel ist das Bild auf dem Screenshot rechts: Rund um das Motiv fehlen einige Millimeter, um es komplett abzubilden. Einfach ein Stück zurückgehen hilft meistens, aber manchmal steht man eben schon mit dem Rücken an der Wand. Gerade bei Architekturaufnahmen hatte wohl jeder schon mal die Situation, das die Kirchturmspitze gerade nicht mehr draufgeht …

Vergleicht man die Oberflächen der bisherigen und der neuen Version fallen einige zusätzliche Features sofort auf, einige verstecken sich ein wenig. Schauen wir uns die wesentlichen Änderungen mal im Detail an:

Formatauswahl


Schaltfläche für die Format-Auswahl IT 2.0


Erweiterte Schaltfläche zur Formatauswahl IT 2.3

Die Einstellung „AF when released“ ist in der neuen Programmversion in die Optionseinstellungen gewandert und ha damit Platz gemacht für erweiterte Einstellungen zur Formatauswahl. Es lässt sich nun auch vom Rechner aus wählen, welches Bildformat und Qualität bei JPEG auf die Karte(n) geschrieben werden soll.

Datenübertragung

Die Übertragungszeiten der Bilder auf den Rechner liegen bei mir auf dem gleichen Niveau wie bei der 645Z (USB 3.0) und K1 (USB 2.0). Bis das Bild in Lightroom zur Bearbeitung geöffnet zur Verfügung steht, vergehen ohne Liveview ca. 4 Sekunden. Beim praxisgerechten Einsatz mit Liveview muss man vom Auslösen ab knapp 5 Sekunden warten. Diese Zeiten verändern sich auch nicht großartig, wenn man statt RAW auf JPEG umschaltet. Auch mit der KP sind damit, obwohl „nur“ USB2.0 verbaut ist, praxisgerechte Übertragungszeiten realisiert.

Fazit

Mit der aktuellen Version 2.3 ist die Software IMAGE TRANSMITTER deutlich aufgewertet worden. Die Software arbeitet nochmals stabiler, in der ganzen Testphase ist es nicht einmal zu Aussetzern gekommen, alle drei Kameras wurden immer sofort erkannt. Der große Funktionsumfang in Verbindung mit der Möglichkeit, jetzt drei Kamerasysteme mit verschiedenen Sensorgrößen verwenden zu können, erweitert die Einsatzbereiche und die Flexibiliät nochmals.