Bill Ward
*1966
Bristol / UK
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// Bill Ward  //  Jan Klose-Brüdern (Text)

 

 

»Im Hier und Jetzt«

Die verschiedenen Genres der Fotografie haben meist jede für sich ganz eigene Herangehensweisen und Eigentümlichkeiten. Der Fotograf Bill Ward bezeichnet sich selbst als einen zeitgenössischen Landschaftsfotografen. Allerdings bekomme ich auf meine Frage nach seiner Herangehensweise und Absicht eine Antwort, wie ich sie eher von Straßen-Fotografen erwartet hätte: »Mein Hauptinteresse und Thema ist „Zeit“: Ich bin daran interessiert, konkret zu erforschen, wie es sich anfühlt, diese besondere Zeit an diesem besonderen Ort zu verbringen.« Dabei betont er, dass er nicht den speziellen Ort sucht an dem er ›Mutter Natur dazu bringt ihm das Bild zu liefern, dass er sich vorgestellt hat‹ … er sucht Orte zu denen er eine emotionale Bindung aufbauen kann, die Bedeutung für ihn haben. Und diese Orte findet er gerne in der freien Landschaft, bei ›Mutter Natur‹ – wie er es selber nennt. Oft und gerne am Wasser, am Meer. Wobei er besondere Orte auch durchaus in urbanen Gebieten findet. Abhängig davon, wo er gerade ist. So wie viele Street-Fotografen, lässt auch er sich intuitiv treiben und verfolgt kein vorbedachtes Konzept. Fotografie als Zelebrieren und Ausdruck des Innehaltens, des Betrachtens. Die Erforschung des ›Hier ‹ und ›Jetzt‹.

Bill Ward benutzt die Fotografie, um sich selber auszubalancieren. Fotografie als Gegenpol zu einer anderen Lebenswelt. Im Hauptberuf ist er Fernseh- und Theater-Schauspieler (was man im Englisch-sprachigen Raum nicht erwähnen muss, da er dort sehr bekannt ist). Er verbringt somit viel Zeit mit exzentrischen Menschen, in energiegeladenen Umgebungen, Arbeitszeit im Stakkato-Takt, immer beobachtet und hoch-konzentriert – eine Atmosphäre, die er liebt, die er braucht und auch genießen kann. Aber er benötigt auch den Gegenpol oder sagen wir das Gegengewicht: Die Schwere des Agierens und die Leichtigkeit des sich Treibenlassens und des sich Wiederfindens.

 

 

Zur Fotografie kam Bill Ward wie viele von uns. Schon im Alter von 6 Jahren bekam er eine Kodak-Insamatic und fotografierte die üblichen Themen kleiner Jungs: Autos, Hunde, Lokomotiven … aber erstaunlicherweise auch schon Landschaften. Später – in seinen Jahren als 20-jähriger – war er viel in der Welt unterwegs: Asien, Südamerika … hier benutzte er bereits eine SLR-Kamera. Das Erleben der Fremde, das Bewerten und Verarbeiten exotischer fremder Kultur wurde durch das Fotografieren intensiver und einfacher. Und als Fotograf hat er auch einen guten Grund einfach nur rumzusitzen und zu schauen. ›Fotografieren bedeutet auch, sich mit dem Ort, den Dingen und Menschen zu verbinden – sein Dasein durch die Kamera und auf späteren Abzügen mit anderen Augen zu sehen. Dabei ist es Bill Ward auch sehr bewusst, dass eine Kamera alles andere als einen objektiven Blickwinkel liefert. Daher nutzt er die Technik auch für andere Sichtweisen und experimentiert ganz subjektiv mit den Mitteln der Fotografie. Schaut man sich eine Reihe seiner Bilder an, fügen sich Single-Shot-Aufnahmen und Mehrfachbelichtungen sowie Kurz- und Langzeitbelichtungen harmonisch zueinander. Denn jeder Ort und Moment hat seine Besonderheit und erfordert eine besondere Technik und Reaktion.

 

 

 

 

 

Vor mehr als 10 Jahren ergab sich für Bill Ward eine vertraglich bedingte Zwangspause als Schauspieler. Er nutzte die Chance 3 Monate konzentriert als Fotograf zu arbeiten. Es war einer der kältesten Winter seit Jahrzehnten und es entstand eine ganz besondere Serie. Zufälligerweise hatte er im Anschluss ein Engagement an einem Theater, das gleichzeitig eine Galerie betrieb. Dort konnte er seine aktuelle Serie ausstellen und seitdem sind viele Ausstellungen und Preise gefolgt. Schaut man auf die Website dieses Fotografen wird man erkennen, dass hier ein Künstler die Fotografie nicht nur als Ausgleich zum Alltag nutzt. Die verschiedenen Serien zeigen, dass Bill Ward konzentriert und intensiv seine Arbeit nicht nur als darstellender sondern auch als bildender Künstler vorantreibt und Fotografie als zweites professionelles Standbein nutzt. Auf die übliche Frage, warum er PENTAX- und RICOH-Kameras benutzt, hat er eine Antwort gegeben, die wir hier unbedingt im Original wiedergeben müssen, weil es zu schön klingt, als dass wir das selber schreiben dürften:

»Ich liebe die Kameras von Pentax. Ich fand sie schon immer extrem robust und zweckmäßig gebaut und die wetterfeste Abdichtung ist für die Art von Fotografie, die ich mache, von unschätzbarem Wert. Die Gehäuse der Kameras aus Magnesiumlegierung sind stark und solide und die Vollformat-Objektivreihe, von den alten Analogobjektiven bis hin zur neuen DFA-Serie, ist absolut erstklassig. All das, und das gute Preis- Leistungverhältnis, was in meiner Branche durchaus von enormer Bedeutung ist: Unschlagbar.«