// REMO NEUHAUS

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Der in Bern/Schweiz geborene Remo Neuhaus hat sich innerhalb kürzester Zeit einen Namen als Fotograf für Porträts, People- und Commercial-Aufnahmen gemacht. Zahlreiche international bekannte Persönlichkeiten, aber auch Berner Lokalprominenz wusste er vor seine Linse in Szene zu setzen. In der Sportwelt reicht sein Oeuvre von Zinedine Zidane über Ronaldo oder Figo bis hin zu Mark Streit, Roman Josi und Fabian Cancellara. Weibliche Models wie Ronja Furrer, Julia Saner oder Valerija Sestic tummelten sich ebenso vor seiner Kamera wie die Schauspieler Anatol Taubman und Stefan Gubser oder der Spitzenkoch Andreas Caminada. Diverse Firmenporträts und Commercials für Kunden wie Swisscom, BMC Switzerland, Migros Aare oder Kursaal Bern runden sein fotografisches Portfolio ab. Dank seines Charmes, gesunden Menschenverstandes und gewinnenden Wesens fällt Remo Neuhaus die Zusammenarbeit mit Menschen jedwelcher Couleur leicht. Absolute Präzision, das Auge fürs Außergewöhnliche und seine Gelassenheit auch in hektischen Situationen zeichnen Remo Neuhaus‘ Arbeiten aus. Sein Handwerk erlernte er an der ›cap professional‹ in Zürich, an der Schule für Gestaltung und Fotografie, sowie als Assistent renommierter Fotografen.

> www.remoneuhaus.com

 

›Celebrities‹

Wenn ein Lifestyle-Magazin oder eine Szene-Kolumne ein Porträt von einer bekannten Persönlichkeit benötigt, wird in der Schweiz und besonders im Umfeld der Hauptstadt Bern der Fotograf Remo Neuhaus angefragt. Er ist auf Porträts spezialisiert und hat auch ein besonderes Händchen für den Umgang mit Celebritys. Dabei scheut er auch nicht vor aufwendigen Inszenierungen zurück.  Im Gespräch sagt er, wie es dazu gekommen ist und wie er gerne arbeitet:
PxP (Jan Klose-Brüdern): Wir haben uns kennengelernt als Mitte 2014, also vor etwas mehr als 2 Jahren, die PENTAX 645Z auf den Markt kam. Du warst einer der ersten, die mit dieser Kamera gearbeitet haben, hattest aber ja schon die 645D, und warst mit dem System vertraut. Dass Du Dich für dieses System entschieden hast, geht sicherlich auf zwei wichtige Faktoren Deiner Arbeit zurück: Du arbeitest überwiegend für Agenturen bzw. Direktkunden, die qualitativ hohe Ansprüche stellen und Du arbeitest fast immer mit Menschen vor der Kamera und benötigst eine schnelle und flexible Kamera. Und damit bin ich eigentlich auch schon beim Thema ›Porträtfotografie‹. Wie bist Du zu diesem Schwerpunkt gekommen? … 
 
Remo Neuhaus: Ich bin ja als Fotograf ein Quereinsteiger. Dazu ist sicherlich meine Vorgeschichte interessant. Ich habe viele Jahre in der Gastronomie gearbeitet. Den Höhepunkt hatte ich in dieser Zeit als Geschäftsführer des Ristorante Lorenzini und dem Club Du Théâtre in Bern. Einem tollen klassischen ›Italiener‹ mit einem edlen Club im Herzen der Stadt Bern. Ich war dort Gastgeber. Entsprechend schon dort: ich liebe Menschen. Ich interessiere mich für Menschen und habe auch gerne Kontakt mit verschiedensten Persönlichkeiten. Entsprechend hat sich das beim Start zu meiner Fotografen-Karriere ziemlich schnell entwickelt: ich habe sofort gespürt, dass ich nicht stundenlang an einem Kugelschreiber herumdrehen möchte, um diesen ins beste Licht zu setzen, sondern ich musste Menschen vor der Kamera haben. 
 
Es ist für mich immer wieder spannend, wie ein Bild – ein Porträt – zustande kommt. Das kann total unterschiedlich sein. Das macht für mich das Besondere aus – es hat  immer eine gewisse Spannung. Ich weiss bei VIP’s oder bekannten Persönlichkeiten, Politkern usw. wirklich nie, was auf mich zukommt. Das sehe ich einerseits als Herausforderung und andererseits gibt mir das auch einen gewissen „Kick“ :-).
 
PxP: … dabei scheinen Deine Szenen immer sehr durchdacht und besonders das Licht sieht aus, als wäre es präzise geplant. Wie bereitest Du Dich auf ein Shooting vor?
 
Remo Neuhaus: Das hast du richtig gesehen ... also das Licht ist für mich ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit, wenn nicht sogar der wichtigste Punkt. Ich überlege mir schon vorher wie ich eine Person portraitiere: Eben ins ›richtige Licht‹ setzen möchte. Für mich ist das der entscheidende Punkt ›wie‹ ich die Person darstellen möchte. Ich verzichte in der Regel auf viel ›darum herum‹ – in vielen Fällen ist einfach die Person im Mittelpunkt. In der Vorbereitung überlege ich mir dann ein oder zwei Lichtsettings. In den meisten Fällen mit einem Rembrandtlicht als  Basis für die Grundbeleuchtung. Dieses ergänze ich dann noch mit verschiedenen Augenlicht-Optionen oder mit einer ›Verlängerung‹. Für mich sind die drei Licht-Ausgangsarten (Frontallicht, Seitenlicht oder Rembrandtlicht) in den meisten Fällen die Grundlage für mein Überlegungen.
 
PxP: Wobei mich jetzt wundert, das Du das drumherum so unterbewertest: Der Raum ist doch oft wie eine Bühne oder gelegentlich wie ein Rahmen. Oder Du fotografierst Marcus Signer durch einen Maschendrahtzaun …?
 
Remo Neuhaus: … da hast du völlig recht. Möglicherweise habe ich deine letzte Frage etwas falsch aufgefasst. Ich dachte du sprichst von den Studioshootings. Natürlich überlege ich mir jeweils vorher, wie ich den Hintergrund wähle.
 
PxP: Und wie bereitest Du Dich inhaltlich auf die jeweiligen Personen vor? Von Talkshow-Moderatoren weiß man ja, dass sie vorher allerlei lesen, Kollegen befragen, Internet-Recherche betreiben etc.. Machst Du das auch so? … Wieviel Vorlauf-Zeit hast Du in der Regel? … oder gibt es auch teilweise einfach nur ›Gelegenheiten, wo Du einen Promi irgendwo erwischt und dann spontan fragst, ob Du sie oder ihn fotografieren darfst?
 
Remo Neuhaus: Nein, also ich bereite mich schon sehr gut auf die jeweilige Persönlichkeit vor. Ich frage mich jeweils selbst: Wie sehe ich die Person? Wie möchte ich die Person darstellen? Was kommt mir in den Sinn, wenn ich den Namen höre? Ein gutes Beispiel ist hierfür das Porträt vom legendären Musiker & aktuellen Schweizer des Jahres Polo Hofer. Ich sollte ihn für ein Magazin fotografieren. Bei ihm hatte ich sofort ›mein Bild‹ im Kopf. Polo ist in der Schweiz bekannt dafür, dass er gerne mal eine kifft. Also wollte ich Polo mit einem Joint zeigen. Ich organisierte also vor dem Shooting einen Joint.  –  … Beim Shooting: Zuerst wollte Polo sich nicht mit einem Joint fotografieren lassen. Er meinte, dass es kein Bild gebe, wo er mit einem Joint zu sehen ist … also fragte ich ihn, ob er sonst einen Wunsch habe. Er meinte »Prosecco«. So startete ich dann mit einem Prosecco . Nach 15 Minuten hatte Polo dann ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen und meinte: »dann bringt den Joint halt mal 😉 ...«. Ich habe etwa vier mal abgedrückt – und dann war das Bild im Kasten. Selbstverständlich durfte ›Polo National‹, wie er in der Schweiz genannt wird, dann den Joint auch mitnehmen 🙂 …
 
PxP: Hast Du denn auch mal so richtig daneben gelegen? … bist Du vielleicht dem Bild, das eine bekannte Persönlichkeit von sich entworfen hat, aufgelaufen?
 
Remo Neuhaus: Interessante Frage. Ich denke nicht. Möglicherweise einfach aus dem Grunde, dass man mit Promis wirklich nicht allzu viel Zeit bekommt …
PxP: … das hört man oft. Viel Vorbereitung und dann geht der eigentliche Job in paar Minuten über die Bühne. Wie wären für Dich als Fotograf denn die optimalen Bedingungen – immer mit einem Prosecco als Lockermacher am Anfang? … wie schaffst Du es, in kurzer Zeit die Menschen vor Deiner Kamera dazu zu bringen, dass sie sich öffnen? … geht das nur, weil diese Persönlichkeiten es einfach gewohnt sind, sich vor Kameras zu präsentieren? … ist da ein Unterschied zwischen Menschen, die es nicht gewohnt sind Modell zu stehen und den Celebrities?
 
Remo Neuhaus: … doch, das kann man so sagen. Persönlichkeiten – vor allem aus dem Showbusiness – sind es natürlich extrem gewohnt zu posieren und vor der Kamera zu performen. Musiker, Schauspieler wissen genau wie sie vor der Kamera wirken. Ensprechend kann man auch Präsenz beim Shooting erwarten. Aufgrund der kurzen Zeit habe ich für mich meistens ein ›must do shot‹ im Kopf und wenn ich diesen habe, komme ich manchmal noch mit einer Überraschung und versuche noch etwas mehr ›rauszukitzeln‹. Manchmal gelingt das – manchmal nicht. Genau das ist für mich eben auch der gewisse Kitzel…
 
PxP: Und jetzt als letzte Frage: Wen hättest Du besonders gerne vor Deiner Linse … gibt es da ›Wunschkandidaten‹?
 
Remo Neuhaus: Also das ist ja mal prima, dass du mir meine Wunschliste erfüllst. Also: einen Tag mit Kate Moss wäre der Hammer. Bei Lenny Krevitz würden mir die obligaten fünf Minuten genügen. Mit Roger Federer würde ich nach dem Shooting auch gerne mal jassen (Anm. der Red.: Form eines Schweizer Kartenspiels) - er ist einfach ein ganz toller Typ. 
 
PxP: Mal schauen, was sich da machen lässt. Vielen Dank für das Gespräch.