»Herr Flindt war im Urlaub.«

// René Flindt  //  Jan Klose-Brüdern (Text)

Keine Sorge – wir melden hier nicht jeden Urlaub, den einer der hier dargestellten PxP-Fotografen so macht. Dann wäre das vermutlich bald ein News-Ticker. Aber, wenn ein Fotograf, der ansonsten eher mit ’ner PENTAX K-1 und diversem Systemzubehör arbeitet, mit der gerade frisch gelieferten RICOH GR III losfährt, werde ich etwas neugierig. Denn René Flindt wollte eigentlich in erster Linie entspannen, die Ferientage mit seiner Frau genießen und nur paar Bilder für die Daheimgebliebenen mitbringen. Aber da die kleine Neue immer dabei sein kann und deutlich mehr Möglichkeiten als ein Handy bietet, hat er sich entschieden, doch ein wenig zu fotografieren und nicht nur zu knipsen. Obwohl er ja eigentlich nicht arbeiten wollte …

 

Bangkok-März-2019

 

Die Vorbereitungen für diesen Kurz-Urlaub gestalteten sich daher genau wie es für einen Urlaub so nötig ist: Man überfliegt die Highlights, die einem ein Reiseführer so empfiehlt, bucht Flug und Hotel und schaut auch schnell, wo es was Gutes zu Essen gibt. Dass bei René Flindt und seiner Frau dann schnell mal die Suche nach besonderen kulinarischen Preziosen in den Fokus rückt, kann man sich aufgrund seiner Reportage über das >Sterne-Restaurant-Projekt hier auf der PxP-Site natürlich denken …

Und in Bangkok war das nicht nur ein Spitzen-Restaurant gleich am Hotel (war das wirklich Zufall, René?), sondern auch eine Sterne-prämierte Köchin, die einen völlig unscheinbaren Straßen-Imbiss betreibt. Den Stern konnte man halt’ nur schmecken und auf der Rechnung sehen … 

 

Wie viele andere asiatische Megacities beeindruckt in Bangkok das enge Nebeneinander von urbaner Modernität und fast archaischer Tradition: Hier entpuppt sich das Auto schnell als zweitbeste Lösung im Vergleich zum Fahrrad oder Moped. Hier kauft man überwiegend noch auf Direkterzeuger-Märkten statt im Supermarkt. Mal von einer Wahnsinns-Fahrt im TukTuk über den Highway – umangeschnallt auf einer wackeligen Rückbank – abgesehen, war ›sich-treiben-lassen‹ die beste Form diese Stadt einzuatmen und kennenzulernen. 

 

Hier links übrigens die schon angesprochene Sterne-Köchin in ihrer Garküche. Dass ›Übung die Meisterin macht‹ scheint hier bewiesen: Die Dame ist weit über 70 Jahre alt … und unten kann man sehen, dass ›sich-treiben-lassen‹ in Bangkok auch motorisiert funktioniert. 

 

In unserem Gespräch, das ich mit René kurz nach seinem Urlaub geführt habe, fiel mir eine Besonderheit auf: Obwohl mich üblicherweise Kamera-Details und Technisches nicht interessieren, kamen wir ständig vom Inhalt ab und schwärmten von der neuen GR (ich war auch just mit der GR III in einem Urlaub) … die Kamera lässt sich so entspannt bedienen, dass die fotografische Arbeit nicht als solche auffällt: Flanieren und Bildermachen geht unauffällig ineinander über und trübt den Genuss des Erlebnisses in keiner Weise. Reisen ist eine hoch-inspirierende Beschäftigung und da das Fotografieren derart leicht von der Hand geht und auch die Ergebnisse so wunderbar stimmen, ist die vermeintliche Arbeit nicht spürbar. Man kann sich das Handling so vorbereiten, dass das Fotografieren ähnlich der Handy-Fotografie ist – dabei aber gestalten, wie mit klassischen Systemkameras. … 
Wann dürfen wir endlich wieder in den Urlaub?